radgedanken

-imho-

"früher war alles besser!"

na ja, ganz so schlimm ist es dann doch nicht. und doch fällt mir immer mehr auf, wie sich das konsumverhalten der menschen - besonders bei bikern - ändert. dabei nutze ich 'biker' mal als sammelbegriff für diejenigen, die entweder auf dem renner oder mtb einen großen teil ihrer freizeit verbringen.
ein paar beispiele:

vor ca zehn - zwölf jahren war in vielen zeitschriften zu lesen: "ein mountainbike muss nicht mehr als 3500 dm kosten. jede weitere mark zahlt sich im wettkampf nicht aus." heute liegt die grenze für racebikes 'etwas' darüber. downhiller bekommen ihr material teilweise zugeteilt. hast du dann die wundergabel kannst du gewinnen, wenn nicht - dann nicht. sicher ein extremes beispiel, und doch bezeichnend.
immerhin muß heute jeder 'echte biker' eine scheibenbremse fahren. warum? na das stand in einer bike-zeitschrift. sagte nämlich der chef von cannondale-deutschland, wenn ich es richtig erinnere. betonung auf 'echte biker'. hast du dir mal den alten moser-bikeführer vom gardasee angeschaut? da siehst du nur ungefederte räder. und zwar an stellen an denen heute noch 90% aller fahrer absteigen - mit oder ohne 2x15 cm federweg.
ich finde vollfederung sehr bequem, für meine gelenke eine echte wohltat. ich bemerke auch, daß ich seit ich gefedert fahre eine andere fahrtechnik entwickelt habe. mehr so die 'hauptsache durch' - mentalität. federung verlagert die herausforderung vom 'kann ich das technisch fahren' zum 'hält meine hose dicht'. schön fürīs gewissen dabei, dass überall zu lesen ist, daß fully fahren weniger kraft kostet & bergauf nicht langsamer macht. das ist doch toll. und ich behaupte mal fast allen kommt es sowieso eher darauf an berg runter neue rekorde auf zu stellen.

wann hast du dein letztes fahrrad gekauft? ich habe es mehrfach versucht, bis ich einen händler hatte der mir die teile einzeln verkaufte. vorher habe ich ca zwei monate versucht einen sanandreas-rahmen zu bekommen. der händler fragte schließlich mich wer derzeit der importeur wäre! vorher kamen natürlich die 'ich kann dir alles besorgen' sprüche. der aufbau meines votec hat insgesamt über 6tdm gekostet. hätte ich mich einfach im laden vor ein gleich teueres rad gestellt und mit den scheinen gewedelt hätte ich mein rad innerhalb von zehn minuten gekauft!
zum leidwesen der händler habe ich aber so meine wünsche & vorstellungen und nebenbei nicht mehr das geringste vertrauen in die werkstätten der läden. ma abgesehen von einigen wenigen läden in denen ich selber schon mitgeschraubt habe

irgendwie scheint der sinn für die kunden zu fehlen. keine frage wofür das rad sein soll, kein abwägen von gewicht, haltbarkeit, preis & nicht zu vergessen - ästhetik. warum sind z.b. an einem rad fuer kleine, leichte leute 2,0er speichen mit messingnippeln verbaut?
antwort: das ist halt so! natürlich kaufte ich dann meine teile lieber beim versender. magura hs33 für 265,- statt 349,-. das macht auf dauer die natürlich die normalen händler kaputt. da die mir aber derzeit leider keinen service, keine unterstützung, boten, störte mich das nicht wirklich. im gegenzug kaufe ich gerne dort wo ich diese unterstützung bekomme - auch wennīs etwas teurer ist.

schön, daß die halbwertszeit von rädern so kurz ist wie die von computern - dann kann mensch ja dann auch bald wieder losziehen...

einige zeit bewegte ich mich da mehr in einer nische, ich fuhr ausschliesslich liegerad. hier scheint die anzahl der händler die auch das wohl der kunden im auge haben größer. bestes beispiel ist gerd figge aus borken bei kassel. in seinem radstop haben wir unsere ersten lieger gekauft.


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